…, ob das wohl gut geht?

Passt schon, würde ich sagen, denn schließlich wurden wir weder am Flughafen verhaftet, weil wir uns als espanophil geoutet haben, noch wurden wir von Riesenquallen im Mittelmeer verschlungen. Kurz: Wir sind alle wohlbehalten von unserer Barcelona-Reise zurück und blicken af ein paar schöne Tage mit viel Lachen, Laufen (bzw. Gehen) und Schlemmen zurück.

Offiziell wurde es als ‚kleines Trainingslager‘ der LG Nord bezeichnet, aber da vom Team Silke, Vräncky, Ecky und ich dabei waren (also 4 von 9 Mitreisenden), kann man schon getrost sagen, dass die Reise einen ‚hankaesken‘ Einfluss hatte.

Gemacht haben wir in Barcelona eigentlich gar nicht so viel, eher das ‚Touristen-Programm‘: Sightseeing mit dem Doppelstockbus, Baden im Meer, Wanderungen auf die umliegenden Hügel und Begehung jeder Kirche, in die wir ihne Eintritt hinein kamen (und das waren einige!) und Silke und Ecky haben sogar einen 10-km-Wettkampf absolviert.

Denn – und das muss an dieser Stelle auch gesagt werden – Barcelona ist ein teures Pflaster. Während die Metro mit einem Euro pro Fahrt ziemlich günstig war, wurden un den Restaurants für Vino, Paella & Cerveza recht ordentliche Preise aufgerufen. Aber dafür hat es auch ausnahmslos überall gut geschmeckt – und wir haben uns bei jedem Restaurantbesuch gesagt, dass wir ja im Urlaub sind und ruhig mal zuschlagen dürfen; auch wenn’s ein bisschen teurer ist. So aß Silke direkt am Mittelmeer, wir hatten Berge von Paella bei ‚Con Bas‘ (einer Restaurantempfehlung von Angel – echter Katalane) und auch dem Restaurant auf einer ehemaligen Stierkampfarena konnten wir nicht widerstehen.

Aber das Wichtigste und Beste war: Wir haben jede Menge gelacht. Schön war’s also und nun geht’s leider i ejn Land zurück, wo es statt 23 Grad Celsius nur 10 hat. Ach, wenn man doch alle seine Freunde und die Arbeitsstelle einfach ans Mittelmeer verlagern könnte….

Aber so oder so: Ich denke, in Barcelona war ich nicht zum letzten Mal 😊

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Die allerletzte Deutsche Meisterschaft stand in Schwäbisch Gmünd an, und dort sollte die weiter fortschreitende Unterwanderung der LG Nord sollte hier weiter fortschreiten. Daß hier eine DM im Straßenlauf stattfinden sollte war aber schon etwas… gewagt. 1158 Höhenmeter sind nicht gerade wenig, und so manchen Wurzelpfad gab es hier auch. Doch wie heißt es so schön: bei Meisterschaften sollen die besten ermittelt werden, und nicht die absolut schnellsten Zeiten ermittelt werden. Team Hanka trat dafür nahezu in Bestbesetzung an. Vräncky „die Gazelle“ Nickel und der mehrfache deutsche Rekordhalter Stefan Bicher und meine Wenigkeit. Die Motivation einiger schien sich zwar am Ende des Laufjahres noch etwas in Grenzen zu halten 

trotzdem gelang es vor dem Start noch ein Gruppenfoto mit glaubhaft guter Laune zu knipsen

 

Die doch relativ zahlreichen Starter verteilten sich zum Glück schon in der malerischen Innenstadt relativ schnell

 

sodass die herbstlichen Wege entlang der Rems schon halbwegs störungsfrei belaufbar waren

 

in einem langanhaltenden Anfall geistiger Übernachtung war ich gefühlt deutlich zu schnell unterwegs, aber getreu dem Witz vom Fensterputzer der aus dem 27. Stock fällt und bei jedem Stock an dem er vorbeifliegt denkt „… Mensch, bis hierher ging’s ja gut…“ hielt ich eine Korrektur scheinbar nicht für notwendig. Immerhin trifft man auf diese Weise Läufer die ich sonst nie auf der Strecke treffen würde, wie Angela und Melanie

 

Mein letzter Start beim Alb-Marathon ist ja schon acht Jahre her, angesichts meiner Vergesslichkeit ein geradezu unermesslich langer Zeitraum. Da hätte ein etwas genauerer Blick auf das Streckenprofil ein wenig geholfen. So habe ich doch glatt den ersten leichten Anstieg zum Wäscherhof tatsächlich kurze Zeit für den ersten richtigen Berg gehalten

 

wurde aber schon kurz darauf ein besseren belehrt, als sich der Hohenstaufen mit seinen 684m einfach so aufbaute.

 

Auch auf dem Hohenstaufen zeigte sich aber, daß es sich immer wieder lohnt Steigungen auf sich zu nehmen, ist die Aussicht wie heute ganz einfach lohnenswert

 

und manchmal trifft man auch Teamkollegen die einen schamlos anlügen

 

mit Sätzen wie „… ist nicht mehr weit bis oben…“ Lange kann man sich nicht schonen, nach ein bißchen runter geht es durch eine leicht wellige Landschaft mit dem guten Ausblick auf das was da noch so kommt.

 

Auch Fritz gab sich als cheerleader die Ehre

 

Der Rechberg wird auf einer Art Kreuzweg erklommen, tatsächlich könnte man anfangen zu beten daß das endlich bald aufhört…

 

Ein letztes Mal noch von Ullika versägt worden

 

und dann die Bergankunft des 25km-Laufes noch knapp im 6er-Schnitt erreicht

 

natürlich nicht ohne auf dem Gipfel die Synergien aus kultureller Fortbildung und körperlicher Aufbauarbeit zu nutzen

 

aber dann… war es sehr schnell schon nicht mehr so toll. Nicht daß ich ein Problem gehabt hätte, nein… bei der Selbstanamnese kam ich mir vor wie ein ADAC-Mensch der ein Auto kommentiert mit den Worten „…hm, der Tank ist leer, Öl fehlt, die Reifen sind abgefahren, die Dämpfung sollt ersetzt werden, bis zur nächsten Werkstätte sollte es aber noch reichen…“ So begab ich mich mit Martin Rudolph zusammen

 

im Überlebensmodus auf den Rest der Strecke. Immerhin boten zwei weitere Begegnungsstücke noch ein wenig Abwechslung und willkommene Ausreden um stehenzubleiben. Prominenz wie der Geschäftsführer der DUV

 

kamen mir da entgegen, oder Vräncky mit einem strahlenden lächeln…

 

dann flog mir Amrei entgegen

 

und Micha an mir vorbei…

 

Trotz allem ließ der Genußfaktor doch ziemlich nach, doch wie sagt man so schön: „… und wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“: in meinem Fall der VP nach 39km am ‪Braunhof in Waldstetten‬. Nicht nur weil es ein ausgesprochen gut gelaunter VP war, sondern weil sich dort die Brennerei Kottmann befindet, deren Produkte nach höflicher Nachfrage auch zur Verkostung kamen

 

Eine mir durchaus sympathische Nutzung der zahlreichen Streuobstwiesen. Viel konnte da also nicht mehr schief gehen, Gritti durfte noch vorbei, 


aber el Cheffe wurde überdurchschnittlich routiniert auf Abstand gehalten. Möglicherweise wollte er sich so auch nur auf ein Zieleinlauffoto schleichen… immerhin hat er als Trainer mal wieder die Größe gehabt zu beweisen, daß Trainingspläne manchmal völlig überbewertet sind…

 

Irgendwie schade daß der Alb-Marathon oft in einer Zeit liegt, in der ich lauftechnisch doch etwas verbraucht bin. Da gibt es bestimmt noch einiges schönes und angenehmes zu sehen und erleben 😃

Angespornt von den Moderatoren des UTMB konnte es dann endlich losgehen
Zunächst noch bei Vollmond ging es erst noch kurz flach übers Feld und dann den ersten gaaaaanz humanen Anstieg nach Tizi Agouns hoch. 


Und auch nur 500HM. Danach ebenfalls hervorragend laufbar ungefähr 1.000HM rollen lassen in das erste Berberdorf Timmomumar


Und danach leicht wellig an den Hängen entlang zum ersten VP nach 30km und ca 1.100HM.


Bis dahin lief fast alles super, prima in der Zeit. 


Doch meine GPS-Messung war schon 3km weiter, meine 2 Liter Wasser schon aufgebraucht, was mich schlimmes für den Rest befürchten ließ. Kamen doch jetzt hammerharte (offizielle) 38km. Also noch eine Zusatzflasche geschnorrt – die ich aufgrund der vereinzelten Bäche nie gebraucht habe…

Vom VP ging es kurz bergab zu einer Flußüberquerung (inkl Brücke)


um dann kontinuierlich Höhe zu sammeln. Durch beeindruckende Landschaften, in denen es viel einfach zu bestaunen gab.


Nach knappen 40 Kilometer hatten sich einige Jungs aus dem folgenden Ort Amenzel postiert, mit gekühlter Cola und Sprite (mit Kronkorken, insofern relativ manipulationssicher) für umgerechnet einen schlappen Euro. Die Jungs haben sich auch köstlich darüber amüsiert daß unsereins spezielle Schuhe zum laufen anzieht, banale Schlappen tun es doch auch… und extra Stöcke mitnehmen, wozu denn sowas…


Auf dem weiteren Weg mussten wir uns dann aber etwas sputen, schließlich galt es nach 50km den ersten CutOff zu erfüllen. Auf dem roadbook sah das alles recht einfach aus, richtige An- und Abstiege gab es auch nicht, trotzdem hat der steinige Weg seine Zeit gebraucht.
Angesichts der ungenauen bisherigen GPS-Messung hatte ich mit ca 53km laut Uhr gerechnet und die Hoffnung aufgegeben dass das klappt. Aber: pünktlich nach 49,5km tauchte der Kontrollpunkt von Jerome (wie man sieht: kein Kind von Traurigkeit)  auf – 10min vor dem Limit 💪


Schnell für die Nacht umziehen, Stirnlampe wieder raus und dann knappe 800HM auf einer unwahrscheinlich steilen Geröllrampe angehen.


 Ein Weg war hier nicht wirklich erkennbar, lediglich an den Markierungen war zu erkennen wo es lang ging. Oben angekommen geht es nur noch mäßig steil weiter bis zum Kontrollpunkt 5 – und schon war es richtig Nacht


An diesen Kontrollpunkten war ich immer sprachlos was da alles für uns in die Abgeschiedenheit transportiert wurde: die großen Zelte, etliche kleine Wurfzelte, Gaskocher, Notversorgung. Und, der Franzose versteht zu leben: auch diverse Flaschen Rotwein zur Privatversorgung, die selbstredend auch für durstige Seelen wie mich geöffnet wurden


Schließlich galt es an diesem Punkt die Halbzeit in Punkto Strecke (52,5) und Höhenmeter (3250) zu feiern. Nach einem kurzen Powernap machten wir uns dann zu dritt – seit km30 waren wir mit Bart aus den Niederlanden unterwegs – auf den Weg zum zweiten Versorgungspunkt nach 68,8km. Mittlerweile war auch der Mond aufgegangen und schuf eine richtig romantische Stimmung. 
Dank der Flußüberquerungen war das Wasserproblem auch behoben.
Mir schmeckte das Essen (diesmal gab es Nudelsuppe mit nach Wahl Kartoffel und Käse) immer gut, nur bei Rumpi streikte der Magen ein wenig.


Auf dem nun folgenden Anstieg – der dritte auf mehr als 3000m trennten sich dann auch vorübergehend unsere Wege, da Rumpi nicht mehr so schnell die Anstiege hochkam. So legte ich mich eben an den Kontrollpunkten immer etwas länger hin. Manchmal freiwillig, manchmal aber auch eher gezwungenermaßen. Mehrmals bin ich scheinbar während des laufens eingenickt, zumindest hat mir ein Franzose von merkwürdigen Schlangenlinien berichtet. Nur: so komfortabel war es nirgends. Zu der Zeit waren wir irgendwo deutlich über 3.000m, die Außentemperaturen um 0 Grad, mit Wind, die Zelte meistens belegt, die Romantik in einer Rettungsdecke im Freien zu schlafen hält sich für mich dabei in Grenzen. Rumpi ließ sich erstmal von Arzt untersuchen, neben allerhand Problemen bekam er aber nicht die Höhenkrankheit attestiert. So hatte er die Wahl: „… Du brauchst Elektrolyte und Wasser. Entweder Du kriegst jetzt eine Infusion, dann bist Du aber disqualifiziert. Oder Du trinkst das hier, dann darfst Du weiter…“ ich weiß nicht was er da bekommen hat, jedenfalls flog er gegen Ende des 2.000m-Downhills (auf ca 5!!!) fröhlich plaudernd an mir vorbei. Die (ziemlich ansehnliche…) Frau des Rennarztes als Zugpferd vor ihm. Ich freute mich zunächst des erwachenden Tages


und nahm eine kurze Frühstückspause in der Mitte des Downhills mit


bevor wir gemeinsam den zweiten CutOff der Strecke in Angriff nahmen, nach 88,9km in Imlil. Es war irgendwie schon toll, nach einer gefühlten Ewigkeit wieder sowas wie Zivilisation zu sehen. 


Da gab es Strom!! Und sogar Straßen und Autos!!!
Und: ca 45min Polster auf das Zeitlimit. Hier wäre die einzig plausible Möglichkeit zum aussteigen mit zeitnahen Rücktransport gewesen. Aber 16km vor Schluss aussteigen?? Nicht wenn es nicht unbedingt nötig ist. Der Blick auf den Schlußabschnitt ist zwar nicht aufmunternd – nochmal 1.500HM überwiegend im Aufstieg, dazu wurde es nochmal richtig warm. Erstmal kümmerte sich aber jemand im meine Füße (bestimmt kein schöner Anblick…)


dann stießen Rumpi und ich mit dem deponierten Bier auf alles bisherige an


und dann machten wir uns mit mittlerweile drei Begleitläufern auf den Schlussabschnitt. Und: es wurde heftig. Zunächst noch flach an der Müllentsorgung à la marrocaine vorbei


und dann schrecklich langsam den vorletzten kleinen (400HM) Berg hoch und runter.
In Amssakrou nochmal kurze Versorgung, kurz setzen, nochmal kurz die Attraktion der Dorfgesellschaft sein, und dann getrieben von unseren französischen Antreibern weiter („…ist nicht mehr schwierig, geht nur noch mal hoch…“).


Die beiden marokkanischen Fahnen bildeten den letzten Gruß vorm Ziel


kein Zeitdruck mehr da, das Ziel im Blick, nur noch locker den Hügel runter rollen lassen, ein so geniales Gefühl nach diesem langen Ritt…
Endlich, nach 35:29h im Ziel.


Was für ein Lauf, was für ein Gefühl, was für ein Erlebnis.
Diesmal bin ich mir auch einen Tag danach noch sicher dass ich sowas nie mehr wieder mache…

Der Sieger war übrigens nach ca 14:30h im Ziel, eine Wahnsinnszeit. Dafür bin ich dem Masseur unter den Händen eingeschlafen… 

Ankunft pünktlich in Marrakesch, ein tolles Flughafengebäude moderner Bauart. 


Die Einreise an sich ist ja unkompliziert, kein Visum notwendig. Für das abstempeln der Pässe ließen sich die Beamten aber schon gut Zeit. Es waren ja nur drei Flugzeuge halbwegs zeitgleich angekommen – die Abfertigung dauerte aber fast eine Stunde… wie ist aber in Berichten zu lesen: man muss sich auf den anderen Rhythmus einstellen, dann ist alles gut! So hatten wir den Shuttle um 18 Uhr gebucht, da fuhr aber nichts. Der Bus halt genau dann, als genügend Leute da waren. Und immerhin wurden wir ja auch persönlich abgeholt.


Klappt ja auch. Durch Außenbezirke von Marrakesch geht es relativ schnell in den Atlas hinein, in der Höhe selbst war es leider schon dunkel und die Landschaft bei Vollmond nur schemenhaft zu erkennen. In Oukaïmeden war schon eine Zeltstadt wie aus 1001 Nacht aufgebaut, es gab gute Pasta, einheimische Soße (fleischlos), Minztee, eine wunderbare Einstimmung!
Unsere Unterkunft im Club alpin ist im Übrigen ein 10-Bett-Zimmer im besten Alpenhütten-Stil. Also etwas eng und kuschelig, und vom Veranstalter mit allen deutschen Teilnehmern bzw. Begleitern belegt. Kein reines Männerzimmer übrigens 😉 Einheimisches Bier (flag spéciale) gibt’s für 27 Dirham (2,70€), und der Hüttenzauber ist auch ganz ok. Mit entsprechender Ausstattung lässt es sich auch wunderbar schlafen…
Der Freitag stand dann ganz im Sinne der Akklimatisierung. Nachdem Oropax gegen den Muazzin machtlos sind machten wir (Uwe, Katha, Rumpi und ich) uns auf eine Gewöhnungstour Richtung erste Passhöhe des Laufes. Alles in aller Ruhe. An den Liftanlagen vorbei ist man auf einem breiten Weg bald im Nationalpark du Toubkal 


und ist schon tief drin in der faszinierenden Landschaft. 


Nicht so malerisch wie mancherorts in den Alpen, aber trotzdem unheimlich beeindruckend. Zwischendurch kamen auch die Helfer vorbei, die sich bis zu 24h vor dem Start auf den Weg machen um rechtzeitig auf ihrem Posten zu sein.

Einige Angeberfotos müssen natürlich auch sein…


Und die Berber scheinen mir nicht gerade kontaktscheu zu sein


So steigt denn auch die Vorfreude, der Kopf scheint eingenordet… es kann losgehen☺️

Bonjour le maroc!
Endlich geht es jetzt zur letzten extremen Tour in diesem Jahr, endlich wird sich hoffentlich zeigen ob es sich trainingstechnisch gelohnt hat ca 45.000 Höhenmeter zu absolvieren, die Bestzeit aufs Brauneck (4km mit 850HM) auf 53min zu verbessern, ob ich überhaupt körperlich und geistig in der Lage bin sowas zu laufen… Dabei war der UTAT (Ultra Trail Atlas Toubkal) nicht unbedingt die erste Wahl. Rumpi hatte als ersten Vorschlag für eine längere Bergtour einen gemeinsamen Lauf um den Elbrus in Spiel gebracht. Nicht weil er mich so dolle lieb hat, sondern weil man zu zweit starten muss und ich als leichtes Opfer erschien. Da hat er zwar Recht, nur die Qualinormen waren für uns zu hoch. U.a. musste im Wettkampf ein 2.800m hoher Paß überquert worden sein. Hatten wir beide nicht. So ergab sich dank der DUV-Datenbank der UTAT als weitere Variante. Die Rahmendaten: 105km, 6500HM im hohen Atlas, weite Abstände der VPs mit bis zu 7 Stunden, teils schwieriges und steiles Gelände. Wohl mit die größte Herausforderung: der Start auf 2.500m und Pässe bis 3.700m. Letzteres ist in Deutschland halt nur schlecht trainierbar. Ein weiterer Mitstreiter hat sich nicht gefunden, also besteht die TeamHanka-Reisegruppe aus gerade zwei Personen. Unsere Reiseroute verläuft von Frankfurt mit air arabia (komischer marrokanischer Billigflieger) nach Marrakesch und von dort mit dem Bus in den berühmten Skiort Oukaïmeden, wo wir als alte Männer nicht im angebotenen Zelt, sondern einer geheizten Hütte des französischen Alpenvereins nächtigen… Rumpi hat sich als Laufabschnittsgefährte während vier Tage an der Oder durchaus bewährt, wenn auch manchmal sehr ambitioniert (nur wegen Rumpi gibt es 20 Gründe nicht anzulaufen!!!) und redefreudig – diesmal hat er aber versprochen sich auf weniger als 30.000 Wörter während des Laufes zu beschränken.

Also: maroc – nous arrivons!!

PS: schnell doch noch was fürs drop bag bei km88 gekauft…


Die von Stefan geprägte Tradition des Scheidebechers sollte gepflegt werden!!

Ein wenig professionell sollte es dieses Mal in China schon werden, so machten wir uns am Tag vor dem Lauf auf eine kleine Proberunde auf. Am See entlang, andere Straßen gibt es hier eh kaum, außerdem ein Test auf der Wettkampfstrecke. Und es war … für mich schon sehr schweißtreibend überhaupt 10km in 59min zu laufen. Warm war es mit ca 27 Grad, dazu eine für hiesige Verhältnisse ungewöhnliche 95% Luftfeuchtigkeit. Dann noch ein wenig Seele baumeln lassen (geht im Hilton prima), 


schnelle lauwarme Biere trinken,

und so zumindest einmal was gewonnen…


Persönliche Verpflegung könnte auch abgegeben werden, was auch von vielen der anwesenden Weltklasseläufer auch genutzt wurde. Ich bin zum einen alles andere als Weltklasse, zum anderen vertraute ich auf die im letzten Jahr perfekte Versorgung, Salz und Gels waren auch diesmal wieder angekündigt. Eine kleine Motivation für km50 konnte ich mir doch nicht verkneifen


Frühstück gab es am Renntag ab 5:30h, und diesmal zusätzlich auch guten Kaffee und durchaus läuferfreundliche Dinge. Wobei: selbst die Spitzenläufer luden sich teilweise Dinge auf, die ich eher beim Pauschaltourist auf Malle erwartet hätte: Bohnen, Speck, Würstchen. Da nimmt man sich gerne mal ein Beispiel… der Transfer zum Start klappte vorbildlich, nur schade dass man als ausländischem Starter schon 45min vor dem Start sehr intensiv gebeten wurde doch bitte den Startbereich aufzusuchen. Schon etwas früh und den üblichen verdauungstechnischen Abläufen vieler Läufer nicht entsprechend… zumindest war ausreichend Zeit für prestart-Fotos in allen Variationen


Eine sehr lustige Sache war die Idee mit den Nummern-Girls, die sich ab 5min vor dem Start präsentierten ☺️

Dann ging es auch pünktlich los, da die komplette mehrspurige Uferstraße (ganztägig!!) komplett gesperrt war gab es keinerlei Platzproblem. Etwas rustikaler als die Nummern-Girls präsentierte sich das Führungsfahrzeug: ein Panzerwagen mit schwerbewaffneten Soldaten


Wenn man da mal nicht sicher ins Ziel kommt…zu Beginn wurde der langweilige Teil der Strecke abgehakt: 5km geradeaus, links, 4km gerade, Kehrtwende, 4km zurück, rechts (wie auch diesem Schild zu entnehmen…)


und wieder 4km gerade…



Danach war man im bergigen Bereich und hatte fast immer schöne Ausblicke. Bald kam nach einiger Wanderei der höchste Punkt der Strecke auf 1911m, für die selfiesüchtigen Chinesen ein Muß gefüllte 5min mit fotografieren zu verbringen.


Landschaftlich wurde es jetzt echt sehenswert



Läuferisch aber eher zum vergessen. Hatte ich ich doch auf Privatverpflegung verzichtet wegen der guten Erfahrung des letzten Jahres gab es diesmal weder Salz und nur 1x Gel. Bananen hab ich nur 1x essen können, und die Schokolade hatte bei dem Wetter die Konsistenz von Nutella. Das ist für mich doch etwas wenig… die Beine wurden schnell schwerer, der Atem auch… das Zeitlimit drückte bald und so wollte ich nach 35km den lieben Läufergott nen guten Mann sein lassen. Aber ach… keiner am dortigen VP verstand mein Ansinnen… die dachten eher mir wäre schlecht und wollten gleich den Arzt holen… da dachte ich mir doch „schnell weiter…“, womöglich kann bei km40 jemand englisch. In der Tat eine gute Entscheidung, den auf dem Abschnitt traf ich Xiong ShuLan (gesprochen so ähnlich wie „Bredda“), die sich TeamHanka-gemäß rührend um mich kümmerte. 


Sie versuchte mir chinesische Aussprache beizubringen (irgendwas mit „die wunderschöne Provinz Yunnan“ – sagt sie) ich befürchte mich zweifelhaftem Erfolg und dedizierte mir ein original chinesisches Stirnband. Bei km40 schnell noch Fotos gemacht 


und endlich ein junges Mädel mit Englisch-Kenntnissen getroffen die mein Ansinnen verstanden hat. Und trotzdem kamen gleich 6 Helferinnen und machten sich an mir zu schaffen: zwei pro Bein um zu massieren und einzureiben und zwei weitere die mir medizinischen Sauerstoff in die Nase spendierten. 


War nett – half aber trotzdem nicht mehr weiter. Nunja, so war die Revanche erfolglos. Auch unsere Kaderläufern erzählten von erschwerten Bedingungen, so waren es für mich wohl 1-3 Handicaps zu viel.

Immerhin gab es noch Gelegenheit ausführlich Wunden zu lecken und zu regenerieren …. und sich mal bewusst zu machen dass wir wieder ein faszinierendes Stück Erde kennenlernen durften.
Danke Tao!!!

Da ist noch eine kleine Rechnung offen mit China. Vor einem Jahr versuchten Evelyn, Kiwi, Schnuggelchen und ich 100km durch die Wüste Gobi zu laufen. Leider mit eingeschränktem Erfolg, Kiwi kam bis ca km70 bevor er durch eine Verletzung gestoppt wurde, wir anderen kamen nur bis km50. So schön es in der Wüste auch sein kann, so besonders die Atmosphäre am Checkpoint km50 auch war – DNF bleibt DNF. Insofern waren wir uns bald einig dass wir – sofern möglich – wiederkommen und das Ding zu Ende bringen würden. Die Finalisierung des Termins dauerte ein wenig, Evelyn und Kiwi waren derweil auf einer Radtour von Singapur nach Berlin. Dieser Radweg ist nicht so offiziell wie der Berlin-Usedom-Radweg, schlechter beschildert, hält aber ungleich mehr Erfahrungen und Erlebnisse bereit wie auf velorunners.wordpress.com nachzulesen ist. Da dieser Weg aber geringfügig länger als 5 Tage dauert können beide nicht bei der Neuauflage dabei sein. Die ist auch nicht mehr in Jiuquan und führt auch nicht mehr mehr durch die Gobi, sondern führt als 100km-Lauf um den Fuxian Hu statt, einen großen Süßwassersee bei Yuxi. Und das wiederum liegt ca 200km nördlich der Grenze zu Laos und Vietnam in leichter Höhenlage (ca 1600HM). Die Anreise gestaltet sich diesmal etwas leichter: mit dem Flugzeug von Berlin 


über Amsterdam und Peking 


nach Kunming, von dort dann mit dem Shuttlebus 80km weiter ins offizielle Hotel, dem Hilton… die Abordnung der LG Nord wird trotz des Fehlens von Evelyn und Kiwi von Alex verstärkt, der wohl eher als Kadermitglied der deutschen 100k-Mannschaft mitkommt… aber Nordler ist er ja trotzdem…Der Flughafen Kunming macht macht einen ziemlich modernen und architektonisch wertvollen Eindruck.
 Und man hat laaaange Wege zu gehen bevor man an sein Gepäck kommt… Der Empfang war schon mal so angenehm wie 2016: am Ausgang in Kunming warteten die ersten Helfer, die und wiederum zum Empfangsdesk brachten. 


Dort wurde unser Eintreffen registriert und wir von einer anderen Helferin in eine Lounge gebracht um dort auf den Shuttle-Bus nach Yuxi zu warten. Wie man aber auch generell schon am Flughafen dem Fuxian Lake Highland Ultra hier nur schlecht entkommen kan.

Tja, und das Hilton scheint mir eine optimale Möglichkeit zur Erholung zu bieten ☺️