In trainingstechnischer Anarchie befindlich ergab sich mal wieder die Möglichkeit einen etwas anderen Marathon zu laufen. Theoretisch verbietet sich der Bestzeiten-Marathon für das Team Hanka vom Namen her, aber die speziellen Umstände in diesem Fall lassen eine Ausnahme zu. Beim Bestzeiten-Marathon wird nämlich ganz einfach die gelaufene Zeit nach der Uhr gemessen, und da die wiederum Ende Oktober eine Stunde zurückgestellt wird hat man quasi eine Stunde Malus, oder Bonus? Egal, man muß jedenfalls verdammt früh aufstehen – oder ersatzweise verdammt spät ins Bett gehen. Auf dezente Erinnerung von Jürgen war ich ausreichend früh angemeldet und nahm auch seinen Fahrdienst in den Münchner Ostpark in Anspruch.

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In Erinnerung hatte ich eine recht nette und einfache Runde, doch die Münchner Stadtverwaltung hatte anderes im Sinn. Der Lauf war nämlich zum ersten Mal offiziell und angemeldet und somit hatte die Stadt Mitspracherecht bei der Strecke und dieses auch weidlich ausgenutzt. Erst der 10. Streckenvorschlag wurde angenommen!!! Und das obwohl im Ostpark in der Nacht kein normaler oder sonstiger Mensch rumläuft!! Und diese 10. Variante hatte natürlich alle kleinen und großen Wellen und Rampen dabei. Die Parkbeleuchtung war dabei aber absolut ausreichend, meine Stirnlampe hatte lediglich die Funktion als Kopfschmuck. Die Strecke selbst hatte keinerlei Bodenwellen oder Schlaglöcher, nicht mal Laub lag auf der Strecke. Nur ein paar deutlich kenntlich gemachte Riesenpfützen als letzte Spuren der Regenfälle gab es noch – aber von sowas stirbt man ja nicht. Übermotivierte Läufer gab es trotz der einmaligen Chance eines Weltrekordes kaum, dafür Unikate wie Klausi, der nach der Amputation eines Zehs vor wenigen Wochen wieder laufen kann, nur dass er jetzt mit Krücken läuft. Mit von der Partie waren auch Shannon mit dem tollen Nachnamen (O’Bier) und Jason, die beiden von der US-Army.

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Jason ward während der ganzen Nacht nur zu sehen wenn er uns überrundet hat. So musste er halt im Ziel warten bis Shannon, Jürgen und ich daherkamen. In gnadenloser Überschätzung meiner Möglichkeiten war ich zwischenzeitlich allein und etwas schneller unterwegs bis mich die Realität in Form von Müdigkeit und schweren Beinen einholte. Clever eingestreute Gehphasen sorgten für eine Wiedervereinigung mit Shannon und Jürgen.

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Und: plötzlich war es zwar immer noch sehr zäh, aber viel lustiger. So entwickelte Jürgen Theorien wie der dunklen Macht, die immer an der schlimmsten Rampe auf uns warten würde und ihn als Yedi-Ritter immer wieder herausfordern würde und er teilte mir seine Idee mit, nächsten Jahr direkt nach dem Bestzeiten-Mara nach Frankfurt zu fahren um dort auch die große Schleife zu drehen. Lenftenberg mal ander? Ich bin dabei! Sehr kreativ finde ich auch die Idee des Schlechtestzeiten-Marathons bei der Zeitumstellung im März. Hierzu plant er auf der Straße vor seinem Haus eine Strecke von 42,195 Metern abzumessen und die 500x hin und her zu laufen. In der Nacht. Um meine bisher schlechteste Zeit von ca 6:40h zu brechen muss ich mich aber dennoch sehr anstrengen… Tja, und so kam es das ich trotz Zuhilfenahme des physikalischen Mittels des Zeitsprungs nur eine 3:45 hinbekommen habe. Nicht mal ein Bier habe ich in dieser Nacht getrunken… Aber trotz allem war es wieder schön, allein dass sich so viele Leute nur wegen uns Läufern die Nacht um die Ohren schlagen, Semmeln nach Wunsch schmieren und immer für uns da sind finde ich klasse. Und das hat eben durchaus eine weitere Teilnahme verdient, und das dürfen dann auch gerne noch ein paar mehr Teilnehmer werden!

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P.S.: Hier das obligatorische Otto Laming im Ziel. Was es damit genau auf sich hat sollte Jürgen mal erklären…

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