Wieder einmal hatte Jens gerufen und wieder einmal waren Stefan und ich seinem Ruf gefolgt. Dieses Mal zwar nicht im Zelt nach dem Rennsteig wenn Stefan gerade bei den Luftgitarren-Weltmeisterschaften teilnimmt („kommt Ihr dieses Jahr wieder nach Borna?“ – „ wann isn das? aber wurschd, wir kommen eh.“). Dieses Jahr haben wir uns tatsächlich ordnungsgemäß per mail gemeldet und natürlich auch wieder den Doppeldecker mit Werdau ins Auge gefasst. Dieses Jahr waren wir als Premiere neben unserem Erstleben im Team Hanka auch in unserem zweiten Läuferleben als LG Nordler am Start, denn es gaben sich auch Pat und Heike die äußerst charmante Ehre. Heike ist dem Charme des Bornaer Marathon schon länger verfallen, Pat ließ sich kurzfristig von mir überzeugen und Jens wiederum war so lieb Pat auch kurzfristig mit auf die Starterliste zu nehmen.

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Vom Orga-Team waren auch wieder alle dabei die wir kennen und schätzen gelernt haben, Jutta, Bärbel, Grit, Eberhard; auch die Krabbelkäfer wenn ich mir den Namen der Bikertruppe richtig gemerkt habe die für uns die Straßen frei macht und hält. Und Borna ist immer eine gute Gelegenheit die Freunde vom LC Auensee zu treffen, wie die unverwüstlichen Ecky Steuck und Dirk Schwonburg und natürlich den Zeitungsdieb André. Und natürlich, auch wenn ich sie hier nicht erwartet habe: Jason und Shannon mit dem schönen Nachnamen (O’Bier), die sich beide innerhalb kurzer Zeit von Marathonneulingen zu echten Maniacs entwickelt haben.

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Marathon im November kann ja theoretisch eine kalte Angelegenheit sein, aber in Borna pflegt man scheinbar auch den Wettergott in die Planungen einzubeziehen. Die Wettervorhersage sagte noch Trübe voraus, tatsächlich hatten wir durchgehend Sonne. An die Strecke kann ich mich nicht immer erinnern, was aber zum einen nicht notwendig ist bei den zahlreichen Begleitradlern, zum anderen aber auch nutzlos wäre. Denn in Borna ist die Strecke immer wieder ein bisschen anders. Mal im Uhrzeigersinn und mal dagegen, manchmal aber auch der Realität geschuldet, denn wenn ein See mal vollgelaufen ist kann bzw. sollte man da keine Strecke mehr durchlegen. Es sei denn man ist beim himmlischen Seminar „übers Wasser gehen für Anfänger… Manche Dinge bleiben aber auch gleich, so unsere treuesten (vielleicht auch die einzigen…) Fans an der Strecke, eine Gruppe etwas älterer Herrschaften die es sich nach der Autobahnunterquerung nach 10 Kilometern vor ihrem Garten bequem machen und uns jedes Jahr mit Glühwein, Likör und alten deutschen Schlagern versorgen.

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Die Versackungsgefahr ist da so groß, dass wir jedes Jahr nach einer Schamfrist von gefühlten 5 Minuten von unseren Begleitradlern weitergescheucht werden. Vielleicht sollte die Strecke im nächsten Jahr doch wieder andersrum gelaufen werden… Trotz, oder gerade wegen dieser außerplanmäßigen Zwischenstopps war unsere 4:30er-Gruppe sehr zeittreu und geschlossen unterwegs. Erst nach ca. 30 Kilometern zog sich unsere Gruppe so weit auseinander dass die Versorgungspunkte nicht zur Wiedervereinigung ausreichten. Glücklicherweise sind die Laufgruppen da schon so vermischt dass die Wegfindung kein großes Problem darstellt. Und in Christian hatten wir noch einen Wasserträger, der neben Notfallrationen für Heike auch noch Bier für Stefan und mich dabei hatte. Dennoch waren Stefan und ich zwischendurch auf Abwegen als wir versuchten auf Schafjagd zu gehen (Hasen jage ich ja seit dem 13.07. nicht mehr…), auch dies so lange erfolglos bis wir mit deutlichen Worten auf die Strecke zurückgebeten wurden.

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Auf der Strecke war es aber auch sehr unterhaltsam, etwas wenn mir André von den Genehmigungsproblemen des Leipziger 100ers bei den Behörden erzählt. Immerhin dauerte es bis zum vorletzten VP bis Pat mit der 4h-Gruppe herangerauscht kam und pflichtbewusst ohne große Pause am Tischtennisplatten-VP Richtung Ziel weiter sauste. Nun nehmen wir zwar öfters gemeinsam an Marathons teil, aber sie ist üblicherweise immer schon geduscht und ausgeschlafen bis ich im Ziel bin. In Borna aber hatte ich nun erstmals die Möglichkeit (uhr-)zeitgleich mit Ihr ins Ziel zu kommen. Ein schweißtreibendes und lohnendes Ziel.

Apropos Ziel: für die Zeit danach sollte man sich besser nichts weiter vornehmen, denn es ist bestens vorgesorgt: Grillgut, Bier, Kaffee, Glühwein, Kuchen, Schnittchen, zu schade um zu fahren… und schön genug um auch 2015 wieder zu kommen!!!

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