​1. Buch Baltic,  Kapitel 1,Vers 1, Absatz 1

Es begab sich aber zu der Zeit, als Kaiser Jörg, der Einzige, an den lustigen Garten rief,  und aus allen Himmelsrichtungen kamen sie herbei geeilt. Diesmal allerdings so ein richtiger Weicheilauf: Gepäcktransport, an jedem VP drei… frauen, Freibier im Ziel, dafür ein animalisches Zeitlimit von neun Minuten pro Kilometer. 

Aber kommen wir zum Wesentlichen: Stefan kam heute 15 Minuten zu früh, um die üblichen fünf Minuten zu spät zu sein. Diese unnötige großstädtische Hektik setzte sich bedauerlicherweise auf dem ersten Teilstück zu Deutschlands schönstem Trambahbfahrer fort. Mit einem subsechser Schnitt (Silke sollte sich echt überlegen, ob sie im richtigen Team ist 😉) entflohen wir der Großstadt, um in die Datschenidylle am oberen Panketal ein zu tauchen. 

Die Vögel pickten um die Wette die Grillen sangen und so langsam bemachtigte sich unser die unwahrscheinliche Leichtigkeit des Etappenlaufens. Stunden vermischen sich mit Minuten und zeitlicher und realer Horizont gehen eine unglaubliche Symbiose ein. 

Doch Halt!  Bei VP zwei bei den schönsten Physiotherapeutinnen der Welt schärft sich der Blick wieder auf das wesentliche, die irdischen Genüsse an dem Gourmet-VP. 

Noch allerdings waren wir nicht wunschlos glücklich. Doch diesen Kratzer im Lack einer sonst makellosen Fassade polierten wir eigenhändig wieder aus, indem wir nach dem 56. Marypfeil mit einem gekühlten Zäpfle den ersten Halbmarathon des Tages versüßten.

Danach kamen die Moldis, nett und unspektakulär. Da Traditionen gewahrt werden müssen, wurde das Café Madlen im mittelalterlichen Bernau gepflegt bebichert (1 Punkt). Bernd holte ein bisschen Vorsprung heraus und führte dabei Anke durch Horden angriffslustiger, wilder Jugendlicher aus Bernau heraus zu Christa und Marie, la belle (Paragraph 1 erfüllt).Anschließend war es nur noch die kurze Strecke eines VPs, der uns von unserer heutigen Begleitung trennte. Jana wolkte an VP 5 mit einsteigen und die letzten 24 Kilometer mit uns laufen. Was sie da noch nicht ahnte: Wir waren zu Musikquizzen aufgelegt und verbrachten die halbe Strecke damit, von den jeweils anderen verfremdete Lieder zu erraten. 

Aber so flogen die Kilometer da hin und der Schleusengraf rückte in solche Nähe, dass mir Bernd eine perphide Wette anbot. Ich war mir sicher, dass der Graf ‚gleich um die Ecke ist‘ und meinte, dass es maximal 5,5 km sein können. Schwupps!  wettete Bernd dagegen und wie sich zeigte: leider erfolgreich 😯

Es waren ca. 6,5 Kilometer und wie es scheint, muss ich meine Definition von ‚um die Ecke‘ erweitern. Wetteinsatz war die Bezahlung der Rechnung im Schleusengraf – aber davon hat uns der Graf phantastischerweise komplett enthoben. Bier und Cola gingen auf’s Haus und wir gingen weiter unsere Wege. 

Nich ca.  8 Kilometer bis zum Ziel, hatten wir uns kalkuliert und so versuchten wir im Ultraschlappschritt auch diese zu schaffen. Bloß Jana versuchte immer mal wieder, uns zum Laufen zu motivieren. Am Berg(!), kurz vor dem Berg (!) oder einfach nur so (!!) 

Ich war schon einigermaßen breit, aber es hat dennoch viel Spaß gemacht, Jana dabei zu haben. 

Morgen geht’s dann nach Prenzlau und dann folgt das zweite Kapitel aus dem 1. Buch Baltic…